Samstag, 27. März 2010

Symptome und Theorien

* Starkes Sicherheitsbedürfnis der Eltern

* Haus => Festung. Rausgehen ist nicht.

* Hang zur Befehlsbereitschaft?

* Flugzeuglärm - Unwohlsein (Sommer, Garten, Rattern...)

* Nationalsozialistische Erziehungspolitik und -praktik

Bindungstraumata
sind  frühe Verlusterfahrungen
         emotionale Vernachlässigung
         sexuelle und körperliche Gewalt
         psychische Erkrankungen der Eltern
         Mangelleiden (Hunger, Kälte)

Ich fahndete bei meinem Vater nicht nach politischen Motiven. Es gab keine. Sie waren nicht erkennbar und nicht spürbar. Viele Kinder meiner Generation waren in ihrer Sozialisation den Deformierungen ihrer Kriegsväter ausgesetzt. Offene Kriegstraumata, die sich in Schrullen, Merkwürdigkeiten, Kleinkariertem, Ungerechtem, Jähzorn, Härte und einer nicht kindgerechten Erbarmungslosigkeit ihren Weg bahnten. Das hinterließ bei uns allen Spuren. Bei den Kindern von Landsern, Offizieren, SS-Führern. Es waren Kinder von Befehlshabern und KZ-Aufsehern, von Inhaftierten und Verfolgten, sie alle hätten ihre Geschichte zu erzählen. Sie blieb unerzählt. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion war zu undeutsch. Wer sich und sein Vorgehen, sein Erlebtes reflektierte, hatte gefälligst zur Waffe zu greifen und sich durch den Kopf zu schießen. In der Selbstreflexion schlummerte die Gefahr der Mitschuld - und die musste verdrängt werden. Egal, ob politische oder soldatische Schuld.



Keine Kommentare: