Samstag, 27. März 2010

Wie Kriegskinder ihr Trauma vererben

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27. Februar 2009, 14:57 Uhr

Verdrängter Schrecken
Wie Kriegskinder ihr Trauma vererben


Von Ulrike Demmer

Kriegskinder leiden unter den Erlebnissen des Zweiten Weltkriegs noch heute weit stärker als bislang angenommen - und sie haben das unverarbeitete Trauma an die nächste Generation weiter gegeben. [...]

"Sind sie krank?", hat ihn neulich seine Apothekerin gefragt. Da war er ausnahmsweise mal im Schritttempo an ihrem Schaufenster vorbei gebummelt und nicht gerannt, wie sonst immer. Tatsächlich ist Michael Ermann immer in Eile. [...]

Seine Erklärung dafür: Die Kriegserlebnisse als Kind. [...]  

Ermanns Studie ergab, dass Kriegskinder heute weit häufiger unter psychischen Störungen wie Ängsten, Depressionen und psychosomatischen Beschwerden leiden als der Bevölkerungsdurchschnitt. [...]

Die wenigsten Kriegskinder führen ihre Leiden allerdings auf ihre Erfahrungen im Krieg zurück. Ihnen schien das Erlebte normal, und sei es auch noch so grauenhaft gewesen. Zwar sei in den meisten Familien über den Krieg gesprochen worden, sagt Ermann, allerdings fast ausschließlich in ritualisierter Form, als Abenteuergeschichte oder witzige Anekdote. Die Kriegskinder fühlten sich fremd im eigenen Leben, haben ihr Schicksal nicht ernstgenommen.  [...]

Die Kriegsenkel, wie Michael Ermann sie nennt, haben die Ängste ihrer Eltern sozusagen geerbt, leiden unter den Verlust- und Mangelerfahrungen, ohne den Krieg selbst erlebt zu haben. Sind etwa die Eltern als Kinder aus der Heimat vertrieben worden, fühlt sich zum Beispiel auch noch die Enkelgeneration heimatlos und entwurzelt. [...]


Das Leiden der Kriegsenkel

Den Enkeln wird heute erst langsam klar, welche Auswirkungen die ihnen oft unbekannte Kriegskindheit ihrer Eltern auf ihr Leben hat.  [...]  "Ich habe das Gefühl, niemals anzukommen."

Von ihren mühsamen Versuchen, sich von dem extrem ausgeprägten Sicherheitsdenken ihrer Eltern zu emanzipieren [...]

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